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Gemüse-Anzuchtversuch in Mollesnejta

Hallo, ich bin Tabea aus Darmstadt und arbeite seit dem 07.01.2015 hier im Agroforstprojekt Mollesnejta für etwa 3 Monate als Wooferin mit. Ich möchte gern mehr über ökologische Agroforstwirtschaft als eine Art der Permakultur lernen. Da ich in Deutschland bereits praktische Erfahrungen im ökologischen Gemüseanbau gesammelt habe und mir diese Arbeit viel Freude bereitet, habe ich mir hier als Praktikumsaufgabe einen Versuch mit Endiviensalat gewählt. Im Agroforstprojekt Mollesnejta wurde bisher nur mit wenig Erfolg Gemüse kultiviert. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen ist der Boden hier trotz ca. 10 Jahren Agroforst noch nicht ausreichend gesundet, bzw. der Humusaufbau ist immer noch unzureichend für den Anbau vieler Gemüsearten. Zum anderen benötigt der Gemüseanbau eine ausreichende Wasserversorgung, die in der Trockenzeit jedoch nicht gegeben ist. Auch künstliche Bewässerung ist nur unzureichend möglich. Des Weiteren haben Gemüsejungpflanzen hier sehr viele Fraßfeinde und überleben im Freiland ohne Schutz eigentlich nicht. Zu den Fraßfeinden zählen vor allem verschiedene Vogelarten, Blattschneiderameisen und Raupenarten. Im Salatversuch werden folgende Fragestellungen untersucht: Welche Substratarten sind für die Anzucht geeignet? Wie gut eignen sich kompostierte Blätter der heimischen Chacatea und verschiedene Sandbeimischungen als Anzuchtsubstrat? Welche Probleme bestehen bei der Anzucht und dem Heranwachsen von Salatpflanzen? Wie wirksam sind verschiedene biologische Abwehrtechniken gegenüber Blattschneiderameisen bei der Anzucht im Gewächshaus? Ich habe am 14.01.2015 habe ich mit dem Versuch begonnen und die Endiviensalatsamen in 3 Multipottplatten á 50 Pötte ausgesät und im Gewächshaus mit Draht bzw. einem Netz als Schutz gegenüber Vogelfraß aufgestellt. Ich habe 3 verschiedene Substratvarianten getestet. Das Grundsubstrat für den Versuch wurde aus Chacadea-Blättern gewonnen. Es besteht aus dem Blattfall, der unter der Pflanze hervorgerecht und zu einer Beuge gehäufelt wird und sich nach rund einem Jahr zersetzt hat. 1) Chacadea Substrat ohne Beimischung 2) Chacadea Substrat mit 10 % Sandbeimischung 3) Chacadea Substrat mit 20 % Sandbeimischung Beim Ansetzen des Versuchs wurden die Substrate gut gemischt und die einzelnen Multipottplatten bis oben gefüllt, angedrückt, und nochmals aufgefüllt. Anschließend habe ich pro Pott 3 Samen ausgesät, um eine hohe Auflaufrate zu gewährleisten, und die Samen angedrückt und mit etwas Substrat bedeckt (max. 1 cm). Abschließend wurde der angesetzte Versuch vorsichtig gegossen und mit Draht abgedeckt im Vivero aufgestellt. Damit der Versuch auch vor Blattschneiderameisen geschützt ist, wurden die Multiplottplatten auf Holzblöcken hochgestellt. Gesät wurde Endiviensalat (Cichorium endivia L.), Sorte Scarola verde gigante.

fertig angesetzter Versuch am 14.01.2015
fertig angesetzter Versuch am 14.01.2015

Der Versuch wird regelmäßig gegossen und beobachtet. Bereits am 17.01.2015 habe erste Samen angefangen zu keimen. Bis zum Ende des Monats konnte ein zunehmender Auflauf beobachtet werden. Folgende Auflaufraten wurden abschließend am 06.02.2015 bestimmt: 1) 90%      2) 89 %    3) 89% Man kann daraus ableiten, dass es die Auflaufrate allgemein sehr zufriedenstellend ist und die verschiedenen Substratvarianten die Auflaufrate der Salatsamen nicht beeinflusst haben.Damit sich die Jungpflanzen gut entwickeln können und genügend Platz haben, habe ich die Pflanzen am 06.02.2015 auf 2 Pflanzen pro Pott vereinzelt. Bezüglich der Wachstumsentwicklung sind die Ergebnisse sehr zufriedenstellend. Die Pflanzen haben sich gut entwickelt und weisen bisher keine Schädigungen oder Fraßspuren auf. Zum jetzigen Zeitpunkt befinden sich die Pflanzen im BBCH Stadium 12, dass heißt sie haben bereits neben den Keimblättern 2 Laubblätter entwickelt. Die meisten Pflanzen beginnen gerade das 3. Laubblatt zu schieben.

aktuelles Entwicklungsstadium der Endivienpflanzen
aktuelles Entwicklungsstadium der Endivienpflanzen

Von der Entwicklung her unterscheiden sich die 3 Varianten etwas  in der Pflanzengröße und der Keimblattfarbe. Bei der Variante mit 20 % Sand sind die Keimblätter deutlich gelblich gefärbt und die Pflänzchen am kleinsten. Danach folgt die Variante mit 10% Sand. Bei der Variante 1) ohne Sandbeigabe sind die Pflanzen am weitesten entwickelt und zeigen kaum gelbliche Verfärbungen. Die gelbe Farbe könnte auf einen leichten Stickstoff-Mangel hindeuten. In ca. 2 Wochen werden die Pflanzen dann im Vivero (Gewächshaus) ausgepflanzt. Dort sind sie vor Vogelfraß gut geschützt. Im Gewächshaus werden dann verschiedene biologische Abwehrmaßnahmen gegenüber Blattschneiderameisen getestet und die allgemeine Entwicklung der Pflanzen weiterhin beobachtet. Den weiteren Verlauf des Versuchs werde ich im nächsten Blog Ende Anfang März beschreiben.

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