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Grundlegendes zum Baumschnitt

In den Parzellen von Mollesnejta kommt es durch die hohe Diversität von Gras-Strauch- und Baumpflanzen zu hohen Streuanfällen. Diese setzt sich einerseits aus natürlicher Streufall sowie aus dem Baumschnittmaterial zusammen. Als gemeinsame Merkmale dieser Parzellen können folgende Punkte betrachtet werden: Artenvielfalt, stufiger Bewuchs, verschiedene Vegetationszyklen (Anuelle und mehrjährige), hohe Pflanzdichte sowie ein hoher Anteil an verholzenden Pflanzen.

Eine wichtige Maßnahme zur Regulierung und effizienten Aufteilung des Licht-Nährstoff und Platzangebots ist der regelmäßige und zeitgerechte Baumschnitt. Indirekt wird dadurch u.a. die Pflanzengesundheit sowie der Fruchtertrag für die Zukunft bestimmt.

Um die Bäume und Sträucher richtig beschneiden zu können, ist es wichtig zu wissen, nach welchen Regeln sie neue Triebe ansetzen bzw. wie sie auf bestimmte Schnittmaßnahmen reagieren. Hinsichtlich des Austriebs sind sich die Gehölzpflanzen relativ ähnlich. Allen Pflanzen ist jedenfalls gemein, das ihr Austrieb durch Wachstumshormone wie Auxin und Gibberelin, die durch den Saftstrom (Phloem, Druckdifferenz) zu den jeweiligen Wachstumsstellen gelangen, bestimmt wird.

Insgesamt können folgende Wuchsgesetze (Literatur/Empirisch) festgehalten werden:

Grundgesetze:

  1. Die Kronenteile bzw. Triebspitzen, die am höchsten liegen, werden am meisten gefördert. Tiefer liegende Kronenteile und Knospen oder flach stehende Triebe sind dagegen benachteiligt
  2. Zwei Triebe, die sich in gleicher Höhe in der Krone befinden, gleich dick sind und im gleichen Winkel abzweigen, werden auch gleich stark wachsen. Sobald ein Ast durch seine Stärke oder Stellung gefördert ist, wird er stärker wachsen
  3. Die Leittriebe sollten immer gesundes und ausreichend dickes Holz aufweisen. Ist dies nicht der Fall so muss auf einen geeigneteren, ev. jüngeren Trieb umgeleitet werden= alten Leittrieb nach Verzweigung schneiden.
  4. Ein Schnitt muss immer nach einer Verzweigung gemacht werden. Da mehrjährige Triebstummel nur mehr gering mit Nährstoffen versorgt werden und dadurch an ihrer Schnittstelle anfällig für Schadorganismen sind.

Vegetatives oder generatives Wachstum:

  1. Je länger das Triebwachstum im Vorjahr andauert, desto weniger Blüten werden pro Trieb gebildet.

Saftwaage:

  1. Mitteltriebe sollten nie mehr als ca. 1,5xlänger als ihre Seitentriebe sein
  2. Gegenüberliegende Triebe sollten ungefähr auf gleicher Höhe gehalten werden.
  3. Beim Schnitt sollte auch auf eine gewisse Symmetrie geachtet werden. Dies dient der Stabilität sowie der gleichmäßigen Nährstoffverteilung
  4. Verhältnis von Blüten- und Blattknospen/Trieb, Fruchtholz/Trieb müssen beachtet werden= Viele Blütenknospen bedeuten viele Früchte. Ist der Trieb bzw. der Baum jedoch schwach, entwickeln sich viele kleine ev. kranke Früchte.

Oftmals beobachtetes Wuchsbild von Obstbäumen:

  1. Steht ein Trieb senkrecht, wird die Spitzenknopse am stärksten austreiben, gefolgt von der zweithöchsten Knospe, der Konkurrenzknospe.
  2. Ist der Trieb leicht geneigt, verteilen sich die Wuchsstoffe auf mehrere Knospen auf der Oberseite. Die Augen auf der Oberseite treiben am stärksten auf Kosten der unteren Knospen aus. Die benachteiligten Knospen beenden deswegen früher ihr Wachstum und es kommt zur früheren Blütenbildung
  3. Triebe, die in gleicher Höhe und im gleichen Winkel abzweigen, wachsen gleich stark.
  4. Ein Trieb, der steiler steht als die anderen, wächst stärker.
  5. Ein Trieb, der sich an höherer Stelle befindet, wächst stärker.
  6. Ein Trieb, der kräftiger ist, als die anderen, wächst stärker.
  7. Ein Trieb, der länger ist, als die anderen, wächst stärker.

Blütenbildung: Blütenknospen der Obstbäume für das nächste Jahr werden bereits im Vorjahr angelegt. Dieser Prozess findet gleichzeitig mit dem Triebwachstum statt.

  1. Dabei gilt grundsätzlich: Je länger das Triebwachstum im Vorjahr andauert, desto weniger Blüten werden pro Trieb gebildet, da die Pflanze ihre Energie in vegetatives Wachstum steckt. Stattdessen werden umso mehr Blattknospen gebildet, um die für das vegetative Wachstum investierte Energie durch die photosynthetisch-aktiven Blätter abzudecken.

Schlussfolgerung: Flacher stehende Triebe, die weniger vegetativ sind wie steil stehende Triebe, bilden demnach schneller Blütenknospen und kommen deswegen schneller in den Ertrag!!!

Anschnitt: Was passiert beim Anschneiden eines Triebes?

  1. Grundsätzlich stellt das Einkürzen des eines Triebes einen „Reiz“ dar: Die Pflanze reagiert mit einem kräftigen Austrieb. Durch das richtige Einkürzen werden die Verzweigung und das Dickenwachstum der Triebe gefördert.

Eingriffsstärke:

  1. Schwach (ca. 2 bis 3 Knospen entfernen): Die Reaktion auf den Schnitteingriff ist noch relativ schwach.
  2. Mittel (ca. 1/3 bis 1/2 des Triebes einkürzen): die Reaktion auf den Schnitteingriff ist stark, alle Knospen treiben kräftig durch, die Blütenbildung ist minimal Für den Aufbau einer Baumkrone ist dies die ideale Schnittstelle. Verzweigung und Dickenwachstum der Triebe werden am besten gefördert.
  3. Stark (ca. 2/3 des Triebes einkürzen): Weil auf die schwachen Basisknospen des Triebes eingekürzt wurde, die normalerweise nicht austreiben würden, dauert der Neuaustrieb etwas länger und ist auf wenige Triebe beschränkt:

Tipps:

Junge Bäume, bei denen die spätere Krone erst noch aufgebaut werden muss, sollten um ca.   1/3 bis 1/2 eingekürzt werden. Bei ausgewachsenen Bäumen verhindert ein Anschnitt der Jahrestriebe (1-jährige) die Blütenbildung.

Sollen die Bäume blühen und fruchten, dürfen die Jahrestriebe nicht mehr angeschnitten werden. Die Blühwilligkeit lässt sich nochmals verbessern, wenn die Triebe möglichst waagrecht gestellt werden.

Ein kräftiges Triebwachstum ist in der Erziehungsphase der Obstgehölze erwünscht; schließlich sollen sie möglichst schnell wachsen und ihren Standraum ausfüllen. Bei fertig gestellten Kronen ist ein starkes Holzwachstum nachteilig, denn es geht zu Lasten der Blütenbildung bzw. des Fruchtertrages

Beobachtung-Maßnahme-Angebot-Nachfrage: Vor dem Schnitt muss der Baum/der Strauch hinsichtlich seines Alters, Gesundheit, seiner Wuchsform eingeschätzt werden=Angebot: Zeigt was der Baum imstande ist zu leisten. Dies muss mit den eigenen Erwartungen, Wünschen (Schneller Ertrag, langfristige Erträge, Erntbarkeit) in Einklang gebracht werden= Nachfrage: Kronenbildung, Dicken-Höhenwachstum, vorerst wenig Ertrag, dafür mehr Vegetatives Wachstum. Oder schneller Ertrag= Jahrestriebe (Fruchtholz) sollte nur wenig geschnitten werden. Dabei muss jedoch auf das Fruchtholz/Trieb- und Blütenknospen-Trieb-Verhältnis geachtet werden.

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