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Neues vom Salatprojekt

Auspflanzung der Jungpflanzen

Im gesamten Februar 2015 habe ich die Pflanzen noch in den Multipottplatten belassen, damit diese für die Auspflanzung ins Vivero an Größe zulegen können. Ich habe sie regelmäßig gegossen und beobachtet. Leider haben sie aufgrund von Platzknappheit bzw. auch aus mangelnder Nährstoffverfügbarkeit wenig an Größe zugelegt. Teilweise verfärbten sich die Blätter einiger Pflanzen leicht gelb. Deshalb entschied ich mich dann doch, die kleinen Pflanzen auszupflanzen. Anfang März bereitete ich das Vivero vor. Ich habe gejätet und die Erde gelockert. Anschließend habe ich leicht angerotteten, etwa 2 Monate alten Rinder-Esel-Mist ausgebracht, ca. 2-3 cm hoch gleichmäßig auf die Erdfläche. Diesen habe ich anschließend eingearbeitet. Am 03. und 04.03.2015 nahm ich Auspflanzung der drei Varianten mit einfacher Wiederholung vor. Ich habe die Pflanzen kreisförmig an verschiedenen Stellen im Vivero ausgepflanzt, da nicht genügend Platz vorhanden war, um die Pflanzen gleichmäßig über die gesamte Anbaufläche zu verteilen. Je Kreis habe ich zwischen 26 und 34 Pflanzen im Abstand von 8-10 cm gesetzt, die Anzahl varriert je nach verfügbarem Platz. Anschließend wurden die Pflanzen angegossen und mit etwas Grünschnitt als Schutz gegen Austrocknung gemulcht. Bei der Pflanzung habe ich darauf geachtet, dass sich die Varianten immer abwechseln. Bereits eine Woche nach der Pflanzung konnte ein großer Wachstumsschub der Pflanzen festgestellt werden.

Auspflanzen ins Vivero

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Abwehrmassnahmen gegen Fraßfeinde

Anfangs nahm ich an, dass vor allem Blattschneiderameisen ein Problem für die Jungpflanzen darstellen werden und überlegte mir geeignete Abwehrvarianten, die ich ausprobieren wollte. Aber die Beobachtungen und die Spuren an den Blatträndern brachten andere Fraßfeinde zu Tage: Schnecken-Caracoles!!!!! In den ersten 2 Wochen fielen ihnen etwa 8 Jungpflanzen zum Opfer. Also musste ich meine Abwehrstrategie ändern und suchte stattdessen nach wirksamen Abwehrmethoden gegen Schnecken. Folgende Abwehrtechniken habe ich ausprobiert:

  1. eine Art Schneckenzaun aus Wellblechplastik, den ich kreisförmig um eine der 6 Pflanzungen angebracht habe. Die Höhe des Zauns beträgt etwa 30-40 cm.
  2. Eigentlich wollte ich als weitere mechanische Abwehrmethode abgeschnittene Plastikflaschen um die Einzelpflanzen anbringen. Aus Materialmangel verwendetete ich dann aber leere Klopapierrollen, die ich aufgrund der geringen Pflanzengröße halbierte.
  3. eine weitere Abwehrmethode war das Ausbringen von Kaffee bzw. Kaffeesatz. Der starke Geruch von Kaffee schreckt Schnecken ab. Außerdem wirkt das enthaltene Koffein wie ein Nervengift. Bei einer Variante habe ich einen ca. 3-4 cm Kreis aus Kaffee außen rund um die Pflanzung gestreut. Bei einer anderen Variante habe ich in geringerer Konzentration das Kaffeepulver quer über die Pflanzungen ausgebracht.
Varianten Klopapierrolle

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Variante Kaffee -Kreisförmig

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Variante Kaffee großflächig

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Variante Schneckenzaun Plastik

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tabelle aktuell
Erläuterung der Varianten

Die Abwehrtechniken wurden am 16.03.-19.03.2015 angebracht. Bei der Kaffee-Variante wurde in regelmäßigen Abständen neuer Kaffeesatz ausgebracht. Nach Anbringen der Schutzmassnahmen wurden keine weiteren Pflanzen komplett verzehrt, die Anzahl der Pflanzen blieb bis Anfang April gleich. Somit erwiesen sich die Abwehrmassnahmen insgesamt als erfolgreich. Allerdings wurden am 09.04.2015 bei der Variante ohne Schutzmaßnahme (grün1) vereinzelt Fraßspuren an den Pflanzen festgestellt. Allerdings besitzen die Pflanzen bereits eine gute Größe und es ist eher unwahrscheinlich, dass diese komplett geschädigt oder verzehrt werden.

Fraßspuren Variante grün1 am 09.04.2015

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weiterer Wachstumsverlauf

Nach der Auspflanzung ins Vivero konnte eine rasche Wachstumszunahme beobachtet werden. Insgesamt variiert jedoch die Größenzunahme innerhalb jeder Varianten stark. Die Einzelpflanzen-Unterschiede sind groß, teilweise größer als die Varianten-Unterschiede. Somit kann der Effekt der Anzuchterde nicht mehr nachgewiesen werden, auch weil die Bodenbedingungen im Vivero sehr wahrscheinlich variieren und somit der Einfluss nicht mehr eindeutig zugeordnet werden kann. Anfang April befanden sich die größten Pflanzen im BBCH Stadium 16-17, sie waren gerade dabei das 7. Primärblatt zu schieben. Die kleinsten Pflanzen befanden sich jedoch lediglich im BBCH Stadium 14. (Die BBCH-Skala dient der einheitlichen Codierung der phänologischen Entwicklungsstadien mono- und dikotyler Pflanzen. Die Bezeichnung BBCH leitet sich ab von Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Bundessortenamt und CHemische Industrie.)

Von der Größenanordnung her weisen bei der letzten Kontrolle 5 Wochen nach der Auspflanzung die Varianten grün1 und rot1 die größten Pflanzen auf, gefolgt von den Varianten lila1 und lila2. Die größte Anzahl mit den kleinsten Pflanzen zeigen Variante grün2 und rot2. Innerhalb der Variante zeigte grün1 und rot1 das homogenste Pflanzenwachstum mit ähnlich großen Pflanzen. (Die unterschiedlichen Behandlungen der Varianten werden in der Tabelle weiter oben erläutert). Bei den anderen Varianten variiert die Pflanzengröße innerhalb der Variante sehr stark.

Pflanzen am 01.04.2015

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5 Wochen nach der Auspflanzung ins Vivero sind die Jungpflanzen dem empfindlichen und anfälligem Stadium gegenüber Fraßfeinden entwachsen und auf gutem Wege ertragreiche Gemüsepflanzen zu werden. Somit werden die Beobachtungen hiermit beendet. Die Anzucht von Salatjungpflanzen in Mulitpottplatten mit Chacatea-Substrat mit ausreichendem Schutz vor Fraßfeinden hat sich bewährt, es konnten keine großen Unterschiede mit Sandbeimischungen festgestellt werden.

Als Schutzmaßnahme gegenüber Schnecken haben sich besonders die mechanischen Methoden Schneckenzaun-Plastik und Einzelschutz der Pflanzen (Klopapierrolle) bewährt, auch weil diese nur einmalig angebracht und nicht ständig erneuert werden müssen, wie bspw. das Ausbringen von Kaffeepulver, und somit leicht zu handhaben sind.

 

 

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